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Coolify auf einem VPS einrichten: Anleitung 2026

Coolify auf einem VPS installieren: Mindestanforderungen laut Doku, offizieller Installationsbefehl, Admin-Zugang absichern, erstes Deployment und Backups.

PaaSVeröffentlicht

Zum AnbieterStand: Oktober 2026

Um Coolify auf einem VPS zu betreiben, mieten Sie einen Linux-Server mit mindestens zwei CPU-Kernen, 2 GB Arbeitsspeicher und 10 GB freiem Speicher, melden sich als root an, starten das Installationsskript von Coolify und legen anschließend im Browser auf Port 8000 das Admin-Konto an. Danach verbinden Sie eine Domain und Ihr Git-Repository und deployen Apps und Datenbanken über die Oberfläche. Die Einrichtung dauert deutlich unter einer Stunde. Die eigentliche Daueraufgabe sind Updates und Backups.

Die Anleitung folgt der offiziellen Installationsdokumentation von Coolify, Befehle stammen von dort. Prüfen Sie vor dem Start, ob sich etwas geändert hat. Falls Sie noch zwischen den Werkzeugen wählen: Coolify, Dokku und CapRover im Vergleich finden Sie unter PaaS selbst hosten.

Schritt 1: Server auswählen

Laut Coolify-Dokumentation gelten für den Server, auf dem Coolify läuft, diese Mindestwerte:

Ressource Minimum laut Coolify-Doku
CPU 2 Kerne
Arbeitsspeicher 2 GB
Speicher 10 GB frei
Architektur amd64 oder arm64

Das reicht für Coolify selbst. Jede App, jede Datenbank und jeder Build braucht zusätzlich Ressourcen, und Docker-Images füllen Platten schnell. Für eine Handvoll kleiner Apps sind mehr Arbeitsspeicher und eine größere Platte als das Minimum sinnvoll.

Als Betriebssystem empfiehlt die Doku LTS-Versionen von Debian oder Ubuntu, andere Distributionen werden ebenfalls unterstützt. Beginnen Sie mit einem frischen Server ohne weitere Dienste. Für Kunden im DACH-Raum bietet sich ein Rechenzentrum in Deutschland an; passende Anbieter vergleichen wir im VPS-Vergleich für Entwickler und unter Hetzner vs. DigitalOcean.

Schritt 2: Zugang und DNS vorbereiten

  1. Server mit Ihrem SSH-Schlüssel statt mit Passwort anlegen.
  2. Öffentliche IPv4-Adresse notieren, gegebenenfalls auch IPv6.
  3. Beim DNS-Anbieter einen A-Eintrag für das Dashboard anlegen, etwa coolify.example.de, und optional einen Wildcard-Eintrag wie *.apps.example.de für Ihre Apps.

DNS-Änderungen brauchen etwas Zeit. Erledigen Sie das deshalb vor der Installation.

Schritt 3: Installationsskript ausführen

Melden Sie sich per SSH als root an; laut Dokumentation setzt das Skript Root-Rechte voraus. Dann führen Sie den offiziellen Schnellinstallations-Befehl aus:

curl -fsSL https://cdn.coollabs.io/coolify/install.sh | bash

Quelle: Coolify-Dokumentation, Installation.

Das Skript installiert Docker und die nötigen Komponenten und startet das Dashboard. Wer ein Skript vor dem Ausführen lesen möchte, lädt es zunächst herunter, prüft es und startet es danach.

Schritt 4: Admin-Konto sofort anlegen

Sobald die Installation fertig ist, öffnen Sie http://<server-ip>:8000 im Browser und registrieren sich. Und zwar sofort: Die Coolify-Dokumentation warnt ausdrücklich, dass derjenige, der die Registrierungsseite zuerst erreicht, Administrator der Instanz wird und damit Kontrolle über den Server erhält.

Wählen Sie ein starkes, einmaliges Passwort und aktivieren Sie, sofern angeboten, die Zwei-Faktor-Anmeldung in den Kontoeinstellungen.

Schritt 5: Domain und HTTPS für das Dashboard

Tragen Sie in den Einstellungen die in Schritt 2 vorbereitete Domain als Instanz-Domain ein. Der Proxy von Coolify holt daraufhin ein TLS-Zertifikat, und das Dashboard ist unter https://coolify.example.de erreichbar.

Anschließend die Firewall nachziehen: SSH, HTTP und HTTPS bleiben offen, der direkte Zugriff auf Port 8000 wird eingeschränkt oder geschlossen, sobald die Domain funktioniert. Welche Ports einzelne Funktionen benötigen, listet die Coolify-Dokumentation in einem eigenen Firewall-Abschnitt. Gleichen Sie Ihre Regeln damit ab, statt zu raten.

Schritt 6: Erste App deployen

  1. Git verbinden: GitHub App oder Deploy Key hinterlegen, damit Coolify das Repository lesen kann.
  2. Ressource anlegen: Repository und Branch wählen, dann die Build-Art: Dockerfile, wenn vorhanden, Docker Compose für mehrere Container oder automatischer Build für gängige Sprachen.
  3. Datenbank dazu: PostgreSQL, MySQL oder Redis als eigene Ressource anlegen und den internen Verbindungs-String in die Umgebungsvariablen der App übernehmen.
  4. Domain setzen: app.example.de oder eine Subdomain unter dem Wildcard-Eintrag. Das Zertifikat kommt automatisch.
  5. Deployen: ersten Build starten und die Logs verfolgen. Auf Wunsch automatische Deployments bei jedem Push aktivieren.

Mit einem Standard-Dockerfile bleibt die App portabel: Dasselbe Image läuft auch auf den gehosteten Plattformen aus dem Vergleich der Heroku-Alternativen.

Schritt 7: Backups und Updates

Coolify macht das Deployen einfach, den Server gesund halten müssen Sie weiterhin selbst.

  • Datenbank-Backups: zeitgesteuerte Sicherungen einrichten und auf S3-kompatiblen Objektspeicher außerhalb des Servers schicken, idealerweise ebenfalls in einem EU-Rechenzentrum. Mindestens einmal eine Wiederherstellung testen.
  • Server-Snapshots: viele Anbieter sichern den ganzen VPS. Nützlich, aber kein Ersatz für Datenbank-Dumps.
  • Betriebssystem-Updates: automatische Sicherheitsupdates aktivieren oder nach festem Plan patchen.
  • Coolify-Updates: Release Notes lesen, dann über das Dashboard aktualisieren.
  • Überwachung: vor allem den Plattenplatz, denn alte Images und Build-Caches sammeln sich an.

Was es kostet

Auf der Rechnung stehen der Server, der Objektspeicher für Backups und Ihre eigene Zeit. Ob das günstiger ist als eine gehostete Plattform, hängt von der Zahl Ihrer Apps und dem Wert Ihrer Admin-Stunden ab. Der PaaS-Kostenrechner hilft beim Vergleich.

Typische Stolperfallen

  • Belegte Ports: Ein anderer Webserver auf Port 80 oder 443 blockiert den Proxy von Coolify. Nutzen Sie einen frischen Server.
  • Volle Platte: Builds scheitern, wenn kein Platz mehr frei ist. Ungenutzte Images regelmäßig aufräumen.
  • DNS noch nicht aktiv: Zertifikate lassen sich erst ausstellen, wenn die Einträge auf den Server zeigen.
  • Alles auf einer Maschine: zum Start in Ordnung, doch Builds können laufende Apps ausbremsen. Dann einen zweiten Server anbinden.

Häufige Fragen

Wie groß muss der Server für Coolify sein?

Die Coolify-Dokumentation nennt mindestens 2 CPU-Kerne, 2 GB Arbeitsspeicher und 10 GB freien Speicher auf amd64 oder arm64. Das deckt Coolify selbst ab. Jede App, Datenbank und jeder Build braucht zusätzliche Ressourcen, für den Produktivbetrieb wählen die meisten mehr RAM und Platte.

Welches Betriebssystem eignet sich?

Das Installationsskript unterstützt mehrere Linux-Distributionen, empfohlen werden LTS-Versionen von Debian oder Ubuntu. Ein frisch aufgesetzter Server ohne weitere Software vermeidet Konflikte mit Ports und Docker.

Kann Coolify auf demselben Server wie die Apps laufen?

Ja, das ist der einfachste Aufbau und für kleine Projekte völlig in Ordnung. Wächst die Last, bleibt Coolify auf einem Server und weitere Server werden per SSH angebunden. Dann konkurrieren Builds und Apps nicht mehr mit dem Dashboard.

Kostet Coolify etwas?

Die selbst gehostete Version ist Open Source und kostenlos, Sie zahlen nur den Server. Das Projekt bietet zusätzlich eine kostenpflichtige gehostete Steuerungsebene an. Die aktuellen Konditionen stehen auf der Coolify-Website.

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